Hilmar Rauhe, Köln

November 23, 2011 in Kandidaten2011

Landesdelegierter und stellv. Vorsitzender des JAEB Köln (565 Einrichtungen, 29 Mitglieder), Bioinformatiker, verheiratet, 2 Kinder, parteilos.

An erster Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den Eltern bedanken, deren Engagement und Einsatz -teilweise jenseits der Frustrationsgrenze- wir es zu verdanken haben, dass diese Wahl überhaupt möglich ist. Hier ist insbesondere der unermüdliche Einsatz von Anke Bohlander (Dortmund) und Vera Püttmann (Mettmann) zu würdigen. Danken möchte ich auch den Eltern in Düsseldorf um Svenja Kruse, die, als es drauf ankam, zur Stelle waren; für die messerscharfe Expertise von Sonja Boos (Essen) und Barbara Prautzsch (Münster), die aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen nicht kandidieren dürfen, Andre Stitz und Karsten Lienau (Gütersloh) für ihren eleganten Wahlverfahrensvorschlag sowie -normal- den tollen Kölner Eltern in SER und JAEB um Christoph Charles, Heike Ahlers-Fries, Susanne Schmitz, Petra Laufenberg-Legierski, Gudrun Opitz-Odehaag... Es ist mir eine große Ehre dass ich Euch vertreten darf!

Was ist mir wichtig?

1) Familien wirklich ernst zu nehmen.

Dazu zählt, die in der Politik bislang häufig zu beobachtende "mentale Kinderlosigkeit" zu überwinden und endlich neue Prioritäten zu setzen. Kinder sind ohne Zweifel der härteste "Standortfaktor" überhaupt und verdienen eine seriöse Finanzierung. Und damit meine ich definitiv keine Wahlgeschenke an uns Eltern.

2) Ein kollegiales Arbeitsklima im zukünftigen Landeselternbeirat.

Wir haben sowohl in Köln als auch im Landeselternrat sehr gute Erfahrungen mit Arbeitsteilung, Transparenz und gleichberechtigter Kommunikation gemacht. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, welche Kompetenzen unsere Eltern haben und zu was sie fähig sind, wenn man sie nur lässt. Ein solches Arbeitsklima ist definitiv auch dem zukünftigen Landeselternbeirat zu wünschen.

3) Solides Handwerk.

Wir stellen in Köln fest, dass sich Legislative und Exekutive -in ihrem redlichen Bemühen- zuweilen im Dschungel der Interessen, Gesetze, Verordnungen und Zuständigkeiten verheddern. Personalmangel, eine fehlende Kitaplatz-Datenbank, die zahlreichen, widersprüchlichen und unklaren Beitragsänderungsbescheide sowie die notorisch außer Kontrolle geratene Planung von Kita-Neubauten und -Renovierungen (Rekordhalter: Eine Kita in Köln-Ehrenfeld, die seit 15 Jahren auf die Reparatur ihrer Heizung wartet) zählen zu den berüchtigten Spaßbremsen bei Kölner Eltern. Gerade bei den elementarsten Dingen scheint es keinerlei Standards zu geben, was in der Tat wert ist, auch auf Landesebene angegangen zu werden. Dabei wäre es schon ein Fortschritt, wenn man es nur schaffen würde, mit Problemen ehrlich umzugehen und Eltern wirklich zuzuhören.

4) Solide Finanzen.

Ein Großteil der Probleme der Kitas im Land NRW lässt sich auf eine einzige Ursache zurückführen: Geld. Dieses fehlt, weil alleine die Kommunen in NRW (Stand 2010) mit 20 Milliarden Euro im Dispo sind. Plus langfristige Verbindlichkeiten versteht sich. Daran ändern auch die kurzfristigen Nothilfen des Landes nichts - NRW steht selbst mit über 123 Milliarden Euro (Stand 2010)  in der Kreide. Ich möchte mir nur ungern vorstellen, was passiert, wenn die erste Kommune in NRW keinen Kredit mehr erhält. Und schon jetzt zahlen die Eltern in den ärmsten Kommunen in der Regel auch die höchsten Elternbeiträge. Hier ist ein seriöser Umgang mit der Verschuldung der öffentlichen Haushalte dringendstes Gebot für die Zukunft unsere Kinder! Eine Aufgabe, die wir alleine sicher nicht lösen können, aber eine der wir uns im Sinne unserer Kinder und einer nachhaltigen Verbesserung unbedingt stellen müssen.

5) Die Erzieherinnen und Erzieher,

die in den Kindertagesstätten einen engagierten, professionellen, gesellschaftlich leider immer noch unterschätzten Beruf ausüben und es auch mit uns Eltern nicht immer leicht haben. Auch wenn sich die Eltern bezüglich Tarifvorstellungen nur strikt neutral verhalten können, so liegen noch ungeahnte Potenziale in einer Kultur wohlverstandener Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Eltern brach, die leider noch nicht bei allen Trägern verstanden und genutzt werden.

6) Unsere Kinder!

Gerade in den Großstädten sind unsere Kindertagesstätten schon lange eine Begegnungsstätte unterschiedlicher Herkünfte, Kulturen und Lebensentwürfe. Unsere Kinder gehen damit völlig selbstverständlich um und lernen in den Einrichtungen Fähigkeiten, die viel wichtiger sind als möglichst früher Drill für den Arbeitsmarkt. Dabei erwerben sie auf ganz natürliche Weise eine beachtliche Sozialkompetenz. Wir lernen umgekehrt durch unsere Kinder Selbstlosigkeit, Kreativität und Organisationvermögen. Und vor allem, dass unsere Welt bunt und nicht schwarz-weiß ist.

Daher ist es völlig egal, wie unsere Kinder aussehen oder wo sie herkommen. Sie sind alle Kinder und die einzige Zukunft die wir haben. Und auch wenn in den Medien zuweilen der Eindruck entsteht, dass Kinder nichts als Arbeit machen, Kinder machen vor allem auch eines: Spaß! :-)

 

Kann ich mir für den LEBR Zeit nehmen?

Ja, siehe meine bisherigen Tätigkeiten.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich auch unseren eigenen Familien danken, die unseren Einsatz mittragen müssen für ihre -zumeist unbemerkte- Mehrarbeit und die fehlende Zeit mit uns !

 

Was habe ich bisher gemacht?

2008

Elternvertreter Fröschegruppe, Stellv. ERV Kita Nibelungenstr., Köln

2009

ERV Kita Nibelungenstr., Köln

elternstreik.de, Service- und Informations-Plattform für Eltern im Kita-Streik 2009, bundesweite Elternvernetzung, Pressepräsenz in FAZ, taz, KStA, WDR...

Mit-Initiator Stadtelternrat Köln (Start im heimischen Wohnzimmer mit einem Planungsteam aus 4 Eltern)

2010

Co-Vorsitzender mit Heike Ahlers-Fries im Stadtelternrat Köln

Assistenztrainer von Mürüvet Simsek im Spatzenteam: 2. Platz im 1. Ford-Kindergarten-Cup (Fußball)

Ehrenamtliches Engagement für Kinder & Familie in der IHK Köln

2011

Co-Stellv. mit Gudrun Opitz-Odehaag im Stadtelternrat Köln

Co-Stellv. mit Petra Höfels und Vladimir Simovic im JAEB Köln

Mitglied im Arbeitskreis Familie der Stadt Köln

Mitglied im Landeselternrat Kita NRW e.V.

lernrw.de Homepage des Landeselternrat Kita NRW e.V.

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